Aufwachsen in Deutschland: Alltagswelten (AID:A) Vermessung des Wandels

Jugendliche Spielen Basketball, im Hintergrund ist der Kölner Dom zu sehen.

Die Panelstudie „Aufwachsen in Deutschland: Alltagswelten“ (AID:A) liefert wichtige Informationen zu den Lebenswelten und -umständen von Kindern, Jugendlichen, jungen Erwachsenen und ihren Familien und zu ihrem Wandel im Zeitverlauf. Sie ist ein zentraler Baustein der Surveyforschung des Deutschen Jugendinstituts (DJI), München. Mit der Studie sollen Faktoren und Konstellationen beschrieben werden, die den Lebenslauf von Individuen und ihr Wohlergehen prägen und beeinflussen. Es geht um Familie, Freundschaften, Peer-Groups und Institutionen, persönliche Einstellungen, Erfahrungen, Aktivitäten und Teilhabe. Durch die Anlage als replikative Längsschnitterhebung können sich wandelnde gesellschaftliche Rahmenbedingungen beleuchtet werden.

infas begleitet als durchführendes Institut die AID:A-Studie seit ihren Anfängen und hat nun die öffentliche Ausschreibung für die nächste Folgewelle des Längsschnitts (Feldstart Herbst 2026) gewonnen. Neben der Abbildung der Lebenslagen und -führung von Kindern, Jugendlichen und Familien in Deutschland und der Identifikation von Veränderungen sollen Erkenntnisse über das „Gelingen“ bzw. „Misslingen“ von Prozessen des Aufwachsens, des familialen Zusammenlebens und Übergängen im Lebensverlauf gewonnen werden. Dabei wird ein multiperspektivischer Ansatz verfolgt, in dem durch das Design als Haushaltsbefragung aller relevanten Ziel- und Auskunftspersonen das soziale Nahumfeld, die Familie und andere Haushaltsangehörige, möglichst vollständig in den Blick genommen wird.

Grundgesamtheit der Studie sind Personen der Wohnbevölkerung in Privathaushalten in Deutschland im Alter von 0 bis 32 Jahren. Mit dem Ziel, Hochrechnungen auf die genannte Bevölkerungsgruppe bundesweit repräsentativ zu ermöglichen, setzt sich die Stichprobe aus einer Panelstichprobe (im Jahr 2019 oder 2023 erstmals befragte Personen mit Panelbereitschaft) sowie einer Auffrischungsstichprobe aus Einwohnermelderegistern zusammen.

Jede Person im Alter von 5 bis 32 Jahren beantwortet einen Fragebogen über sich selbst. Gibt es minderjährige Kinder im Haushalt, beantworten alle im Haushalt lebenden Elternteile zusätzlich Fragebögen über diese Kinder. Für die kommende Erhebung ist vorgesehen, in mehr als 6.000 Haushalten über 22.000 Einzelinterviews zu realisieren.

Das Design von AID:A 2027 sieht einen „Web first“-Ansatz vor. Die Befragung startet mit einem Haushaltsfragebogen für diejenige volljährige Person, die am besten über den Haushalt Auskunft geben kann. In diesem wird mit einer von infas entwickelten Haushaltsmatrix erhoben, welche Personen im Haushalt leben, wie alt diese sind und in welcher Beziehung diese zueinander stehen. Diese Informationen dienen der Steuerung der weiteren Interviews im Haushalt. Darüber hinaus werden im Haushaltsinterview noch weitere soziodemografische Angaben erhoben. Die Abfrage der Haushaltsmatrix wurde gegenüber früheren Wellen noch benutzerfreundlicher gestaltet, sodass das Haushaltsinterview nun auch eigenständig durch die Befragten online beantwortet werden kann und kein Ausfüllen durch Interviewer notwendig ist.

Vor dem Hintergrund der Heterogenität der Lebenslagen der Population ist vorgesehen, dass alle Befragungsmodi angeboten werden, die für die Befragungspersonen geeignet sind. Die Erhebung ist daher im Mixed-Mode vorgesehen, in welchem Interviews oder Teile von Interviews sowohl selbstadministriert in den Modes CAWI und CASI als auch intervieweradministriert CAPI und CAPI-by-Phone realisiert werden können. Dadurch soll eine möglichst hohe Ausschöpfung innerhalb der Haushalte sowie auch bei besonders mobilen und bei anderen schwerer zu erreichenden Gruppen sowie Personen, für die die Realisierung im selbstadministrierten Modus beispielsweise aufgrund geringer Literalität oder Beeinträchtigungen ungeeignet erscheint, erreicht werden. Kinder im Alter von 5 bis 11 Jahren werden ausschließlich persönlich befragt. Durch den Mixed-Mode-Ansatz kann auch die zeitliche Belastung der Haushalte reduziert werden. Denn für eine Familie mit drei Kindern kann die durchschnittliche Dauer, um alle vorgesehenen Fragebögen zu beantworten, durchaus bei drei Stunden liegen.

Ergebnisse aus AID:A werden unter anderem im Familienbericht, Bildungsbericht sowie Kinder- und Jugendbericht der Bundesregierung verarbeitet. Gefördert und finanziert wird AID:A vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ). Somit weist die Studie eine hohe Relevanz für die Politik und Öffentlichkeit auf. Darüber hinaus werden auf den Daten der AID:A-Studie beruhende Analysen durch das DJI veröffentlicht und der Öffentlichkeit und Fachpraxis zur Verfügung gestellt.