Die umfassende „Repräsentativbefragung zur Teilhabe von Menschen mit Behinderungen“, kurz Teilhabestudie, im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) ist die größte Erhebung dieser Art in der Bundesrepublik. Im Mittelpunkt der empirischen Studie stehen die Teilhabemöglichkeiten und Barrieren, die Menschen mit einer Beeinträchtigung bzw. Behinderung erfahren. Ausgehend von der Internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF) wird die Teilhabe in verschiedenen Lebensbereichen untersucht. Ein besonderer Fokus liegt auf den Möglichkeiten selbstbestimmter Lebensführung und den personellen und technischen Hilfen sowie weiteren Unterstützungsmöglichkeiten, die Menschen mit Beeinträchtigungen und Behinderungen in Anspruch nehmen.

Die Teilhabebefragung soll für alle Gruppen von Menschen mit Beeinträchtigungen und Behinderungen gelten, unabhängig von der Art der Beeinträchtigung und auch unabhängig davon, ob sie in Privathaushalten oder in einer Einrichtung leben. Das Ziel besteht darin, alle Gruppen von Menschen mit Beeinträchtigungen repräsentativ einzubeziehen. Das Vorhaben ist als partizipatives Forschungsprojekt konzipiert. Es sind zahlreiche Menschen mit Behinderungen sowie entsprechende Fachexpertinnen und Fachexperten beteiligt.

Nach erfolgreicher Durchführung der ersten beiden Wellen hat infas vom BMAS den Auftrag für die dritte Erhebungswelle des Teilhabesurveys erhalten. Ab Anfang 2027 werden bundesweit rund 17.000 Menschen ab 16 Jahren befragt – sowohl in Privathaushalten als auch in besonderen Wohnformen und Wohngruppen. Zu den Befragten gehören sowohl Teilnehmende der vorangegangenen Erhebungswellen, sowie Menschen, die erstmals am Teilhabesurvey teilnehmen.

Erhebungsmethode

Die ersten beiden Wellen der Teilhabestudie wurden von 2017 bis 2024 durchgeführt. infas war mit den Erhebungen beauftragt. Basierend auf einem bundesweiten Haushaltsscreening bei 320.000 Haushalten wurden in einer ersten Befragungswelle in Privathaushalten 16.000 Menschen mit Beeinträchtigungen, parallel dazu weitere 6.000 Personen ohne Beeinträchtigungen befragt. In Einrichtungen der stationären Betreuung wurden zudem mehr als 3.000 Bewohnerinnen und Bewohner befragt. In einer zweiten Welle werden in Privathaushalten 11.000 Menschen mit Beeinträchtigungen und 3.000 Menschen ohne Beeinträchtigungen, sowie 3.000 Bewohnerinnen und Bewohner von Einrichtungen befragt. Ferner werden 1.000 obdachlose und schwer erreichbare Personen befragt. Die Teilhabebefragung arbeitet auf Basis eines saturierten Stichprobenkonzepts mit umfassendem Screening (CAPI / CATI / CAWI / CASI / PAPI) in bundesweit 250 Gemeinden (Einwohnermeldestichprobe). Die Studie operiert dabei multimethodisch, mehrsprachig, mit Fragebögen in Deutsch, Englisch, Arabisch, Farsi, Polnisch, Russisch, Türkisch und Ukrainisch sowie mit barrierefreien Befragungsmethoden.