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Teilhabe von Menschen mit Behinderung

infas wurde vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales mit der Durchführung der Erhebung zur „Teilhabe von Menschen mit Behinderungen“ beauftragt. Dabei handelt es sich um die erste bundesweit repräsentative Erhebung in Deutschland zur Lebenssituation behinderter Menschen.

infas wird für die Studie rund 22.000 Menschen mit Behinderungen befragen. Darunter sind auch Personengruppen, die bisher in empirischen Befragungen nur wenig oder gar nicht berücksichtigt wurden. So werden 5.000 Menschen einbezogen, die in Einrichtungen leben oder schwerwiegende Kommunikationseinschränkungen haben. Für Vergleichszwecke wird auch eine Stichprobe von 5.000 Personen ohne Behinderung interviewt. Um Lebenslagen behinderter Menschen und Hintergründe für ihre subjektiven Einschätzungen noch besser zu verstehen, werden die standardisierten Erhebungen durch qualitative Interviews und Gruppendiskussionen vertieft.

Die Fragestellung der Studie ist aus der UN-Behindertenrechtskonvention abgeleitet. Alle wichtigen Lebensbereiche werden daraufhin untersucht, inwiefern Teilhabe gelingt und wo wir auf dem Weg zu einer inklusiven Gesellschaft stehen. Der Studie liegt ein bio-psychosoziales Modell zugrunde, das die faktische Auswirkung von Beeinträchtigungen auf die Teilhabe in unterschiedlichen Lebenslagen in den Blick nimmt. Behinderung wird als eine Folge von gesundheitlich, körperlich oder geistig-psychischen Beeinträchtigungen in Wechselwirkung mit nicht ausreichend unterstützenden bzw. hinderlichen Umweltbedingungen gesehen. Mittels subjektiver Einschätzungen der Befragten (Selfreporting) werden Einschränkungen von Teilhabemöglichkeiten (Exklusion) in verschiedenen Lebenssituationen (z.B. Mobilität, Arbeit, Kommunikation, Wohnen, Freizeit, soziale, kulturelle, politische Partizipation usw.) ermittelt.

Bei der Planung und Durchführung des Teilhabesurveys werden Menschen mit Behinderungen im Sinne einer partizipativen Forschung einbezogen. Es wird der Dialog mit behinderten und nicht behinderten Wissenschaftlern und Verbänden im Beirat und in Veranstaltungen gesucht. Darüber hinaus wird bei infas ein inklusives Expertengremium eingesetzt, das die Erprobung der Erhebungsinstrumente und die Bewertung von Ergebnissen zusammen mit behinderten Menschen sicherstellt.

Über den Fortschritt der Arbeiten und über erste Ergebnisse wird jährlich berichtet. 2021 wird der Endbericht vorgelegt. Weitere Informationen zur Studie „Teilhabe von Menschen mit Behinderungen“ finden Sie auf der Webseite des Bundesministeriums.

 

 

Sportlerin im Rollstuhl