Gesundheitsforschung

Regionale Versorgungsforschung

Für die Planung und Bereitstellung optimaler Versorgungsstrukturen benötigen die politischen Entscheidungsträger auf Bundes- und Landesebene genaue Informationen über die regionalen Versorgungsstrukturen. Auch die Krankenkassen und Leistungserbringer sind auf genaue Informationen über die regionalen Versorgungsstrukturen angewiesen, um durch die genaue Kenntnis der Versorgungsketten (Stichwort: Integrierte Versorgung) und der Patientenpotentiale das Angebotsportfolio den regionalen Marktgegebenheiten anzupassen.

Die Vermeidung von Über- oder Unterversorgung ist schon seit einiger Zeit einer der zentralen Inhalte der Gesundheitsdebatte. Für die Planung neuer Versorgungsketten, Versorgungszentren, Kliniken, Fachabteilungen oder Facharztpraxen sind diese Informationen notwendig, um die regionalen Marktchancen einer neuen oder bestehenden Unternehmung wissenschaftlich fundiert unter Einbeziehung wirtschaftlicher und krankheitsbezogener Informationen analysieren zu können.

infas bietet – auf Basis eines Regionalanalysetools von infas geodaten – ein Instrument zur Untersuchung der regionalen Versorgungsforschung an, das es ermöglicht, durch Geocodierung die gesundheitliche Versorgungslandschaft in regionalen Einheiten zu analysieren. Differenziert werden kann dabei nach 16 Bundesländern, 440 Kreisen, ca. 8.500 Postleitzahlgebieten, ca. 12.500 Gemeinden oder kleinräumig nach ca. 75.000 Wohnquartieren oder über 1,6 Millionen Straßenabschnitten. Der Analyse können sowohl haushaltsbezogene (wirtschaftliche oder soziodemografische) Informationen als auch indikationsbezogene Kennziffern für die Analyse zugespielt werden.

Folgende Fragestellungen sind daher unter anderem möglich:

  • Bestimmung der Versorgungsdichte. Welche Entfernung muss der durchschnittliche Einwohner in welcher Region zurücklegen, um zum nächstgelegenen Hausarzt/Facharzt/Krankenhaus zu kommen? Gibt es Unterschiede in der Versorgung nach regional unterschiedlicher Bevölkerungsstruktur (Stadtteilvergleiche z.B. nach Bildungsunterschieden oder Migrantenanteilen)?
  • Geografische Unterschiede bei Prävalenzen oder Kosten. Wie verteilen sich bestimmte Krankheitsbilder auf die Regionen? Sind genügend Versorgungsangebote in der Region im Bezug auf Prävalenzen oder Altersstruktur der Bevölkerung vorhanden? Wie unterscheiden sich die Behandlungskosten nach Regionen? Dazu erforderlich: Zuspielen von z.B. (anonymisierten) Kasseninformationen: Patienten mit bestimmten Erkrankungen – gemessen an Diagnosedaten, Arzneimitteldaten und viele weitere Analysen.
  • Potentialanalysen. Wie viele Einwohner/potentielle Patienten wohnen im Einzugsgebiet eines Leistungsanbieters (z.B. Krankenhaus, MVZ, Alten- oder Pflegeheim)?

Kontakt

Dr. Johannes Leinert
Senior-Projektleiter
+49(0)228/38 22-415