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Meinungsforschung

Das Vermächtnis – die Welt, die wir erleben wollen

Die Studie „Das Vermächtnis – die Welt, in der wir leben wollen“ ist ein Kooperationsprojekt des infas Instituts für angewandte Sozialwissenschaft, des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB) und der ZEIT-Verlagsgruppe. Sie knüpft an die sozialwissenschaftliche Lebensverlaufsperspektive (Karl Ulrich Mayer) an und ergänzt diese thematisch um die abhängige Variable „Vermächtnis“, indem sie den Schwerpunkt des Forschungsinteresses auf das Vererben („Vermächtnis“) von materiellem Besitz wie auch der Weitergabe von persönlichen Werten, Praktiken oder Lebensweisheiten legt.

Inhaltlich geht es um die Frage, welche persönlichen Lebenserfahrungen, Handlungsweisen und Einstellungen Menschen in Deutschland an nachfolgende Generationen weiterreichen möchten. Sozialstrukturell stellt sich die Frage, inwieweit dieses Vermächtnis nach Alter, Geschlecht, Familienstand und sozialer Schicht variiert.

Die Studie ist Grundlage für eine regelmäßige Berichterstattung in den Publikationen der ZEIT Verlagsgruppe.


Methode

Die Datenbasis der Untersuchung ist eine deutschlandweit repräsentative, persönliche computerunterstützte Befragung (CAPI) von 3.000 Personen im Alter von 14 bis 75 Jahren. Diese Umfrage wird von kleineren quantitativen und qualitativen Zusatzerhebungen begleitet.

Im Rahmen der Fragebogenentwicklung müssen drei konzeptionelle Herausforderungen gelöst werden:

  • Erstens muss das Instrument mit themenübergreifenden Konstrukten unterlegt werden, um das breite Themenspektrum sozialtheoretisch einzubetten. Dabei besteht der Anspruch, skalierbare Konstrukte zu finden, die auf der Mikro- und auf der Makroebene funktionieren.
  • Zweitens gilt es, „Das Vermächtnis“ zu operationalisieren, und zwar als individuelle Zukunftsorientierung an der Schnittstelle zwischen aktueller Lebenssituation und gesamtgesellschaftlicher Zukunftsvorstellung.
  • Drittens verfolgt die Studie ein anspruchsvolles methodologisches Ziel. Da davon ausgegangen wird, dass der Wunsch, etwas weiterzugeben oder zu vermachen, eine starke emotionale Komponente aufweist, ist es wichtig, die Befragten auch auf einer präreflexiven Gefühlsebene anzusprechen. Hierfür wurden mithilfe sinnesspezifischer Studien zu Haptik, Rhythmus, Geruch und Sehen vier methodisch innovative Frageinstrumente entwickelt, die sinnliche Stimuli einsetzen, um nach der persönlichen Gegenwart und der zukünftigen Gesellschaft zu fragen.

Ausgehend von ersten Tests mit diesen Frageinstrumenten war zu erwarten, dass auch die sinnesbezogenen Daten sozialstrukturelle Unterschiede aufweisen. Von dem Projekt sind in mehrfacher Hinsicht innovative Ergebnisse zu erwarten. Zum einen für die sozialwissenschaftliche Lebensverlaufsforschung, deren Perspektive thematisch um die Frage nach den sozialpsychologischen und sozial- strukturellen Determinanten von persönlichen Vermächtnisambitionen erweitert wird. Zum anderen leistet die Studie einen Beitrag zur sozialwissenschaftlichen Zukunftsforschung, indem sie Wechselwirkungen zwischen objektiven soziodemografischen Determinanten und subjektiven Zukunftskonzeptionen untersucht und den Lebensverlauf auf einen noch nicht eingetretenen Zeitpunkt projiziert. So trägt sie zur Klärung bei, ob Zukunftshaltungen durch persönliche Dispositionen, durch Lebens- und Erwerbsbiografien oder durch institutionelle Rahmen- bedingungen, wie etwa die deutsche Wiedervereinigung, bestimmt sind.

Auftraggeber

Eigenstudie von infas, dem Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung und DER ZEIT Verlagsgruppe

Projektzeitraum

2014 - 2018

Kategorien

Meinungsforschung
Arbeitsmarkt- und Berufsforschung
Forschung zu Bildung und Lebenslanges Lernen
Familien- und Jugendforschung
Politikforschung
Senioren- und Altersforschung

Kooperationspartner