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Steigende Fahrgastzahlen und steigende Deckungsbeiträge – alles gut für den ÖPNV?

In den vergangenen Jahren verbuchten die im VDV organisierten Verkehrsunternehmen insgesamt positive Entwicklungen bei den Fahrgastzahlen und den Einnahmen. Das ist in Anbetracht der gleichzeitig jährlich steigenden Fahrpreise ein nicht selbstverständliches Ergebnis und wirft die Frage nach den Hintergründen auf.

Woher rührt das Plus an Fahrgästen und Einnahmen? Wird sich die Entwicklung so fortsetzen? Diese Fragen beantwortet ein differenzierter Blick auf die aktuelle Forschung.

Trotz steigender Beförderungszahlen stagniert der Anteil am Verkehrsgeschehen.

Die Studie Mobilität in Deutschland (MiD) zeigt zwischen 2002 und 2008 einen Anstieg der täglichen ÖV-Wege um vier Prozent. Zugleich stiegen die Personenkilometer, die mit Bussen und Bahnen zurückgelegt wurden, um etwa zehn Prozent. Diese Ergebnisse decken sich mit den vom VDV berichteten Zuwächsen und den aktuellen Verkehrswerten, die das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) im Nachschlagewert  der Branche „Verkehr in Zahlen“ ausweist. Gleichzeitig stagniert der Anteil der öffentlichen Verkehrsmittel am Verkehrsmittelmix. Die steigenden Beförderungszahlen sind demnach vor dem Hintergrund eines insgesamt wachsenden Verkehrsgeschehens zu bewerten. Die absoluten Zuwächse führen also zu einem über ganz Deutschland gesehenen konstanten Anteil des ÖPNV am insgesamt wachsenden Mobilitätsmarkt.

Die klassischen Zielgruppen des ÖPNV sind kein Garant für die Zukunft.

Der demografische Wandel führt zu insgesamt sinkenden Schülerzahlen und bedroht damit gerade in den ländlichen Regionen eine wichtige Stütze des ÖPNV: den Schülerverkehr. Die wachsende Gruppe der Älteren ist – auch das zeigt die MiD – im Vergleich zu den vorhergehenden Generationen weniger auf den ÖPNV angewiesen und sitzt auch im hohen Alter häufiger selbst hinter dem Steuer.

Die Bedürfnisse der Kunden kennen und verstehen.

Das zeigt, dass sich die Verkehrsunternehmen zusammen mit den Verkehrs- und Tarifverbünden nicht auf eine Fortsetzung der erfreulichen Entwicklung der vergangenen Jahre verlassen können. Vielmehr gilt es, der absehbaren Abschwächung des Trends entgegenzuwirken. ÖPNV-Anbieter sollten sich aktiv mit den Bedürfnissen ihrer gegenwärtigen und potenziellen Fahrgäste auseinandersetzen und ihre Angebote konsequent daran ausrichten – mit dem Ziel, durch höhere Nutzungshäufigkeit und Neukunden künftige Abschwächungen auszugleichen. Dabei hilft infas mit seiner Kundenzufriedenheitsmessung TRAM.

Kontakt

Dana Gruschwitz
Senior-Projektleiterin
+49(0)228/38 22-431