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multimo: Satelliten in der Verkehrsforschung

Es muss nicht lange erklärt werden, warum Global Positioning System (GPS) und andere satellitengestützte Navigationsdienste sehr attraktive Perspektiven für die Verkehrsforschung bieten. Die automatische, metergenaue Aufzeichnung ist bei der Ermittlung des Mobilitätsverhaltens Befragungen oder Fahrtenbüchern in der Theorie weit überlegen. Bisher gab es jedoch Hürden in der Praxis, die die Euphorie deutlich gebremst haben - beispielsweise ungenaue, aber durchaus teure Messgeräte, zu kurze Akkulaufzeiten oder eine aufwendige Datenübermittlung.

Zwischenzeitlich hat die Technik gewaltige Fortschritte gemacht: Viele Bundesbürger haben via Smartphone einen GPS-Empfänger immer dabei. Die Geräte sind genügsamer geworden und durch "always online" ist auch die Datenübermittlung einfacher.

infas und das Innovationszentrum für Mobilität und gesellschaftlichen Wandel (InnoZ) werden, unterstützt durch Partner aus dem öffentlichen Personennahverkehr, das Forschungsprojekt "multimo" zu den Chancen des automatischen GPS-Trackings in der Verkehrsforschung durchführen. Grundlage ist eine vom InnoZ für diesen Forschungszweck entwickelte Smartphone-App.

Im Vergleich zu traditionellen Mobilitätserhebungen, die mit Tagebüchern und Befragungen arbeiten, bedeutet das automatische Tracking der Wege durch das Smartphone deutlich weniger Aufwand für die Teilnehmer. Die Alltagsmobilität einer Person kann damit über einen längeren Zeitraum beobachtet werden - ohne Belastung für die Teilnehmer.

Dieser methodische Vorteil ist ein idealer Ausgangspunkt, um der häufig zitierten Zielgruppe der "Verkehrsmittelwechsler" auf die Spur zu kommen und multimodales Verkehrsverhalten im Alltag zu beobachten. Die Studie "multimo" startet im Frühjahr und liefert Erkenntnisse zu zentralen Fragen der Kombination verschiedener Verkehrsmittel im Alltag.

Kontakt

Robert Follmer
Bereichsleiter Mobilitäts- und Regionalforschung
+49(0)228/38 22-419
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