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Erster Projektbericht zur Corona-Datenplattform veröffentlicht

Das Projektteam um die Corona-Datenplattform legt seinen ersten Bericht vor. Dieser bildet den Stand der Projektarbeiten zu Jahresbeginn 2021 ab und wurde im Februar abgeschlossen. Im weiteren Projekt werden ab Mai mehrere aktuelle Kurzreports zu ausgewählten Themen folgen. Der Bericht beschreibt zunächst Vorgehen und Erfassung der Eindämmungsmaßnahmen. Diese werden auf Ebene aller 401 Landkreise und kreisfreien Städte Deutschlands rückwirkend ab März 2020 dokumentiert und zusammen mit einer Fülle von Strukturdaten sowie Daten zum Infektionsgeschehen der Wissenschaft gesammelt zur Verfügung gestellt.

Der Bericht stellt die Maßnahmen außerdem deskriptiv dar und liefert zahlreiche Anwendungshinweise und Beispiele für mögliche Auswertungen. Darüber hinaus beinhaltet er Analysen zur Corona-Inzidenzentwicklung abhängig von Strukturdaten der Landkreise und kreisfreien Städte. Es zeigen sich klare Effekte auf den Wirtschaftsverlauf, aber auch Zusammenhänge mit der Sozialstruktur der Bevölkerung.

So konnten im Projekt bereits im November 2020 erstmals Hinweise auf ein im Trend höheres Inzidenzniveau in Kreisen oder Städten mit unterdurchschnittlichen Wohlstandsindikatoren oder vergleichsweise hohen Migrationsanteilen nachgewiesen werden. Der Ableitung von kausalen Zusammenhängen sind bei der Analyse innerhalb der Kreis- bzw. städtischen Aggregate jedoch enge Grenzen gesetzt. Zudem unterscheiden sich die ermittelten Effekte in den verschiedenen Phasen der Pandemie voneinander. Außerdem ist festzustellen, dass sie aufgesetzt auf das generelle Infektionsgeschehen bestehen, also besondere Spitzen und nicht den Gesamtverlauf erklären. Trotzdem liefern sie wichtige Hinweise etwa auf eine möglicherweise unterschiedliche Compliance in verschiedenen Bevölkerungssegmenten sowie auf die Auswirkungen unterschiedlicher Lebensumstände. Diese Auswertungen müssen jedoch kleinräumig und auf der Ebene von Individualdaten vertieft und abgesichert werden. Die Möglichkeiten hierzu werden zurzeit in Parallelprojekten etwa in den Städten Köln und Hamburg erörtert. Darüber hinaus befinden sich weitere bundesweite Analysen zu Maßnahmewirkungen sowie Effekten auf das Wirtschaftsgeschehen in Arbeit.

Neben diesen zu einem sehr frühen Zeitpunkt begonnenen Auswertungen beleuchtet der Bericht die Wirkungen unterschiedlicher Eindämmungsmaßnahmen. Die Gleichzeitigkeit und damit verbunden die bei genauer Betrachtung eher geringe regionale Varianz vieler Maßnahmen erschwert jedoch die statistische Analyse und die Ableitung eindeutiger Handlungsempfehlungen. Es zeigen sich schwache Effekte etwa durch die Maskenpflicht, die Hygieneregelungen und die Einschränkungen im Betrieb von Schulen und Kindertagesstätten.

Im Bezug auf das Wirtschaftsgeschehen zeigen sich ebenfalls schwache Effekte, insbesondere durch verordnungsbedingte Betriebseinschränkungen oder -schließungen. Hier bleiben jedoch die Befunde weiterer Projektarbeiten für die Monate Januar bis April 2021 abzuwarten. Dabei bemühen wir uns auch um eine weitere Verbesserung der Datenlage und Anregungen für Arbeiten anderer Teams auf Grundlage der bereitgestellten Daten.

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