Statistische Analysen

Vignetten- und Conjointanalyse

Faktorielle Surveys

Im Rahmen des faktoriellen Surveys, auch Vignettenanalyse genannt, werden Einstellungen und Meinungen mittels sogenannten Vignetten erhoben. Das Grundkonzept der Vignettenanalyse unterscheidet sich nicht von der Conjoint-Analyse, die ebenfalls als faktorieller Survey bezeichnet werden kann.

Eine Vignette ist eine aus einzelnen Vignettenbausteinen (Faktoren oder Merkmalen) bestehende Kurzgeschichte, Situations- oder Personenbeschreibung, deren Zusammenstellung systematisch, faktoriell variiert wird. Die auf diese Weise konstruierten Vignetten werden den Befragten zur Beurteilung anhand einer vorgegebenen Beurteilungsskala vorgelegt. Ziel der anschließenden statistischen Analyse ist die Feststellung der Bedeutung der einzelnen Faktoren bezüglich der Vignettenurteile sowie die Identifizierung und Erklärung von Unterschieden zwischen den Befragten oder Gruppen von Befragten.

Die Besonderheit der Vignettenanalyse wie auch der Conjoint-Analyse liegt also vor allem im speziellen Erhebungsdesign und nicht in der statistischen Analyse. Der wesentliche Unterschied zu einem klassischen Befragungsdesign besteht darin, sich stark situativ bedingten Fragestellungen annähern zu können, da die Befragten mit konkreten Vignettenszenarien und nicht mit einzelnen, abstrakten Fragen konfrontiert werden. Es kann so versucht werden, das Problem sozial erwünschter Antworten zu umgehen.

Der faktorielle Survey ist üblicherweise nur Teil eines gesamten Fragebogens, in dem auch weitere Merkmale der befragten Person erhoben werden, die dann ebenfalls in die Analyse der Vignettenurteile eingehen können.

Anders als bei der Conjoint-Analyse sollen die Vignetten in der Analyse meist nicht in eine Reihenfolge gebracht werden (Ranking) sondern auf einer Skala bewertet werden (Rating). Dabei soll der Befragte die schon beantworteten Vignetten im Hinterkopf behalten, um sie in Bezug zueinander zu bewerten.