infas von 1959 bis heute
infas ist eines der ältesten Markt- und Sozialforschungsinstitute in Deutschland. Es wurde 1959 als „Institut für angewandte Sozialwissenschaft (infas) GmbH“ durch Klaus Liepelt gegründet. Der Aufgabenschwerpunkt lag in der Politik- und Sozialforschung.
Im Jahr 1965 startete infas mit der ersten computergestützten Hochrechnung für politische Wahlen. Es gelang erstmals, exakt das amtliche Endergebnis der Bundestagswahl vorweg zu prognostizieren. Die öffentliche Wahrnehmung des Instituts wurde künftig von der Wahlberichterstattung insbesondere für die ARD geprägt (vertiefende Lektüre: Das Buch "infas - 25 Jahre Wahlberichterstattung für die ARD" (PDF))
Im Jahr 1967 wird innerhalb infas der eigenständige Bereich „Sozialforschung“ gegründet. Das neue Fachgebiet wächst und kann schließlich 1986, gemessen am Umsatz, das Niveau der Politikforschung und Wahlberichterstattung erreichen. 1990 wird die Sozialforschung erstmalig Hauptumsatzträger des Instituts.
1994 ändern sich die Eigentumsverhältnisse des Instituts. Gründer Klaus Liepelt wird als Gesellschafter abgelöst. Hauptgesellschafter werden ehemalige Direktoren und Consultants von McKinsey.
1995 werden Teilbereiche von infas in eigenständige Gesellschaften umgewandelt. Die Sozialforschung wird zur „infas Sozialforschung GmbH“ und ist am Markt erfolgreich. 1996 wird infas nicht mehr mit der Wahlberichterstattung betraut. In der Konsequenz meldet die infas Politikforschung GmbH Insolvenz an. Die infas Sozialforschung GmbH ist nicht betroffen und firmiert ab 1998 wieder unter dem ursprünglichen Namen „infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH“. Der Geschäftsführer wird ein Gesellschafter des Instituts. Hauptgesellschafter ist die Action Press Holding AG, ein Finanzinvestor, der ebenfalls Eigentümer der Pressebildagentur „Action Press“ in Hamburg ist.
Parallel dazu erweitert das Institut sein Dienstleistungsangebot kontinuierlich. Neben der Sozialforschung, seit jeher ein zentrales Aufgabengebiet von infas, ist die Mobilitäts- und Verkehrsforschung ein wichtiger Umsatzträger. Auch die Markt-, die Personal- und die Gesundheitsforschung erzielen respektable Wachstumsraten.
Im Jahr 2002 zieht infas innerhalb Bonns in neue, erheblich größere Räumlichkeiten, nämlich die renovierte ehemalige kanadische Botschaft. infas reagiert damit auf das stetige Anwachsen der Mitarbeiterzahl: Inzwischen hat das Unternehmen 45 Mitarbeiter, davon 30 wissenschaftliche Projektleiter.
Ab 2006 baut infas seine Erhebungskapazitäten deutlich aus. Das Telefonstudio verlagert seinen Standort in das Erich-Ollenhauer-Haus in Bonn und verfügt dort über einen Pool von 145 Telefonarbeitsplätzen, mit denen rund um die Uhr telefonische Erhebungen – in manchen Projekten weltweit – stattfinden. Auch das Face-to-Face-Feld erfährt eine deutliche Erweiterung: Der bundesweite Interviewerstamm wird aufgestockt. infas ist damit eines der wenigen Institute, das alle methodischen Erhebungen der empirischen Markt- und Sozialforschung aus eigener Hand anbietet und durchführt.

- Der Hauptsitz von infas
Aktuell, 2009, hat infas 71 festangestellte Mitarbeiter, davon 59 Akademiker.

