Sozialforschung - Senioren und Alter

Der Anteil älterer Menschen nimmt in Deutschland stetig zu. Zugleich steigt die Lebenserwartung der Menschen noch beständig. Aus beiden Entwicklungen resultieren besondere Anforderungen an die ökonomische Alterssicherung, das Wohn- und Verkehrsangebot sowie die soziale Einbindung und gesundheitliche Versorgung älterer Menschen.

In der Werkstatt moderner Erhebungsverfahren: Mit der Erfassung der individuellen Handgreifkraft – einsetzbar bei persönlich-mündlichen Befragungen – findet ein (im wahren Sinne des Wortes) gut handhabbares wie zuverlässiges Instrument zur Gesundheitsmessung Verwendung. Weil die Greifkraft des Menschen mit zunehmendem Alter abnimmt, ist diese Größe gerade in der Altersforschung von Bedeutung.
Hörgeräte haben sich von klobigen, umständlichen Geräten zu schicken, miniaturisierten Lifestyleprodukten entwickelt. Damit folgt ihre Entwicklung den Anforderungen vieler Anwender. Die Forschung zeigt: Stereotype, wie der Opa im Ohrensessel mit seinem Hörgerät, treffen nur noch für einen kleinen Teil der Altersgruppe zu. Die Lebensgestaltung im Alter ist sehr heterogen geworden.

Die Varianten, wie mit dem Alter umgegangen wird, verändern sich ebenfalls. Es gibt keine kollektiv geteilten Altersrollen mehr. Individualisierung und Differenzierung greifen auch beim Alter. Unterschiede zwischen den Alten waren noch nie so groß wie heute.

Themenfelder, die infas zum Thema Alter regelmäßig untersucht, sind:

  • Altern im Wandel,
  • Gesundheit und Alter,
  • Einstellungen zum mittleren Erwachsenenalter,
  • Unterstützung zwischen den Generationen,
  • familiale Unterstützung im Alter,
  • Externalisierungsstrategien von Unternehmen und die Folgen für ältere Arbeitnehmer,
  • Grundsicherung und gesellschaftlichen Teilhabe im Alter,
  • Bildung im Alter,
  • Evaluationen von unterstützenden Maßnahmen, beispielsweise dem „Gesetz über eine bedarfsorientierte Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung (GSiG)“.

Zentrale Projekte zum Thema "Senioren und Alter" bei infas

Survey of Health, Ageing and Retirement in Europe (SHARE), Durchführung in Deutschland
Die Studie liefert ein umfassendes Bild über die Lebenssituation älterer Menschen in Europa. Betrachtet wird der Übergang vom Erwerbsleben in die Rente und das Leben im Ruhestand selbst. Dabei ...Die Studie liefert ein umfassendes Bild über die Lebenssituation älterer Menschen in Europa. Betrachtet wird der Übergang vom Erwerbsleben in die Rente und das Leben im Ruhestand selbst. Dabei werden Informationen über eine Reihe für die Politik wichtiger Themen gesammelt. Etwa, inwieweit die Gesundheitsversorgung und die finanzielle Absicherung gewährleistet ist, wenn Menschen älter werden, inwieweit mögliche Reformen des Gesundheitswesens die Situation älterer Menschen in den einzelnen Ländern beeinflussen könnten und wie sich die gesundheitliche und finanzielle Lage älterer Menschen in Europa entwickelt. Die Studie ist die bislang größte von der EU geförderte sozialwissenschaftliche Untersuchung. Das wissenschaftliche Team der Studie besteht aus 120 Forschern aus den Bereichen Epidemiologie, Wirtschaft, Psychologie und Soziologie. infas ist seit 2003 in dieses Projekt involviert.

Auftraggeber
Universität Mannheim - MEA, Mannheim

Projektzeitraum
12 / 2003 – 2012

Methode
Panelerhebung in zwölf europäischen Ländern; CAPI-Erhebung mit schriftlichem Drop-off.

Alterssurvey – Lebensentwürfe, Einstellungen, Bedürfnislagen und Sinnstrukturen älter werdender Menschen
Das Alterssurvey ist eine repräsentative Panelerhebung, die in Kooperation mit dem Deutschen Zentrum für Altersfragen, Berlin, durchgeführt wird. Der Alterssurvey zeichnet sich insbesondere dadurch ...Das Alterssurvey ist eine repräsentative Panelerhebung, die in Kooperation mit dem Deutschen Zentrum für Altersfragen, Berlin, durchgeführt wird. Der Alterssurvey zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass die Lebensentwürfe und Lebenszusammenhänge älter werdender Menschen sowohl aus soziologischer als auch psychologischer Perspektive betrachtet werden. Es geht einerseits um die Inhalte und Strukturen der Selbst- und Lebenskonzeption, andererseits um die Gegebenheiten der objektiven sozialen Lage und die daraus resultierenden objektiven Bedürfnislagen, die mobilisierbaren Ressourcen sowie die konkreten Tätigkeits- und Partizipationsmuster.

Auftraggeber
DZA Deutsches Zentrum für Altersfragen, Berlin

Projektzeitraum
1994 – 2010

Methode
Grundlage des Alterssurveys ist eine Personenstichprobe auf der Basis von Einwohnermelderegistern gezogen in 290 repräsentativ ausgewählten Gemeinden. Die Stichprobe wird nach Altersgruppen und Geschlecht geschichtet, so dass für die drei Altersgruppen der 40- bis 54-Jährigen, der 55- bis 69-Jährigen und der 70- bis 85-Jährigen etwa gleich große Teilstichproben vorliegen. Die Erhebung wird in zwei Schritten durchgeführt: Das Interview beginnt mit einem persönlich-mündlichen Interview, an das sich ein zusätzlicher schriftlicher Drop-off anschließt. Der Alterssurvey wird seit 1994 regelmäßig im Panel wiederholt.

Personal Resources of Elderly People with Multimorbidity (PREFER): Fortification of Effective Health Behaviour
Die Studie hat das Ziel, ein umfassendes Bild der Gesundheit im Alter zu ermitteln. Im Zentrum der Forschung stehen die Autonomie und Lebensqualität bei mehrfach erkrankten älteren Menschen sowie ...Die Studie hat das Ziel, ein umfassendes Bild der Gesundheit im Alter zu ermitteln. Im Zentrum der Forschung stehen die Autonomie und Lebensqualität bei mehrfach erkrankten älteren Menschen sowie personale Ressourcen, die den individuellen Umgang mit Mehrfacherkrankungen bestimmen.

Auftraggeber
DZA Deutsches Zentrum für Altersfragen, Berlin

Projektzeitraum
2009

Methode
Basis ist eine Teilstichprobe von panelbereiten mehrfach erkrankten (multimorbiden) Zielpersonen des Alterssurveys. 309 Zielpersonen im Alter zwischen 65 und 85 Jahre werden zu drei Messzeitpunkten wiederholt befragt. Während des ersten und des dritten Messzeitpunkts wird ein computergestütztes mündliches Interview (CAPI) durchgeführt. Zum zweiten Messzeitpunkt wird ein Drop-off als schriftlicher Selbstausfüller eingesetzt.

Senior Food – Befragung zur Ernährung im Alter
Ziel dieser Untersuchung ist die Gewinnung von Daten, die Auskunft über die Zufriedenheit älterer Menschen in Bezug auf ihre Ernährung geben. Es handelt sich hierbei um ein Teilprojekt einer ...Ziel dieser Untersuchung ist die Gewinnung von Daten, die Auskunft über die Zufriedenheit älterer Menschen in Bezug auf ihre Ernährung geben. Es handelt sich hierbei um ein Teilprojekt einer europäischen Studie.

Auftraggeber
Bundesforschungsanstalt für Ernährung und Lebensmittel, Karlsruhe

Projektzeitraum
10 / 2005 – 11 / 2005

Methode
Rekrutierung und Face-to-Face-Befragung von 430 Senioren ab einem Alter von 65 Jahre verteilt auf zwei Altersgruppen (65-74 und älter als 75 Jahre). Die realisierten Fälle sind nach Geschlecht gleichverteilt und beinhalten zu 50 Prozent allein lebende Personen und zu 50 Prozent Senioren, die mit einem Partner zusammenleben.

„Old Age and Autonomy: The Role of Service Systems and Intergenerational Solidarity“ (OASIS)
Im Mittelpunkt der Studie stehen die intergenerativen Hilfe- und Unterstützungsbeziehungen in der Familie. Primär geht es dabei um die Netzwerke und die Versorgung älterer Menschen und die ...Im Mittelpunkt der Studie stehen die intergenerativen Hilfe- und Unterstützungsbeziehungen in der Familie. Primär geht es dabei um die Netzwerke und die Versorgung älterer Menschen und die Leistungen, die diese gegenüber jüngeren Familienmitgliedern erbringen. Darüber hinaus thematisiert die Untersuchung die Inanspruchnahme und die Erfahrungen mit der Pflegeversicherung.

Auftraggeber
Deutsches Zentrum für Altersfragen e.V., Berlin

Projektzeitraum
2000 – 2001

Methode
Face-to-Face-Befragung von 1.200 Personen im Alter ab 25 Jahre. Disproportional nach Alter geschichtete Personenstichprobe auf Basis von Einwohnermeldeamtsdaten. Ein Drittel der Stichprobe ist älter als 75 Jahre.

Kontakt

Doris Hess

Bereichsleiterin Sozialforschung

Tel. +49(0)228/38 22-413
d.hess(at)infas.de

Kontakt

Stefan Schiel

Senior-Projektleiter

Tel. +49(0)228/38 22-424
s.schiel(at)infas.de