Meldung im Detail:

Frauen auf dem Sprung. Das Update

16.10.2009 | Vergangenes Jahr hat infas gemeinsam mit dem Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung und im Auftrag der Redaktion von Brigitte (Gruner + Jahr) die Studie "Frauen auf dem Sprung" durchgeführt. Jetzt wurde die Untersuchung mit einem "Update" fortgesetzt. Ziel war es, Veränderungen in Verhalten und Einstellungen der jungen Frauen insbesondere vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Krise zu ermitteln. Wie reagieren junge Frauen in der Krise? Wechseln sie ihre Meinung, wenn sich ihre Lebenssituation verändert? Was erwarten sie von der Politik? Was von den Unternehmen?

Im Jahr 2007 wurden für die repräsentative Untersuchung insgesamt 1.020 Frauen zwischen 17 und 19 bzw. 27 und 29 Jahre persönlich interviewt. 18 Monate später nun das Update. Befragt wurden Frauen, die bei der vorherigen Erhebung bereits dabei waren. Ein Fazit der Studie: Junge Frauen lassen sich von der Krise nicht einschüchtern, sondern bekräftigen selbstbewusster, wie sie sich ihre Zukunft vorstellen. Beispielsweise würden nur noch 17 Prozent für den Partner den Beruf wechseln, 2007 waren es noch 37 Prozent. Wegen des Partners auf Kinder zu verzichten, käme nicht einmal für jede Zehnte in Frage. Für den Job die Familie vernachlässigen? Dazu waren 2007 noch neun Prozent bereit, 2009 nur noch vier Prozent. Trotz der problematischen Lage auf dem Arbeitsmarkt beurteilen die Frauen ihre eigenen Chancen zuversichtlich.

Im Jahr der Wirtschaftskrise hat eine starke Politisierung der Frauen stattgefunden, so ein weiteres Ergebnis der Studie. Zwar finden sie bei den Parteien nicht, was ihnen wichtig ist, aber fast die Hälfte kann sich vorstellen, gesellschaftlich aktiv zu werden.

Im Privatleben steht der Wunsch nach einem Partner, der sich Zeit für die Familie nimmt, an erster Stelle. Sein Einkommen interessiert die jungen Frauen am wenigsten. Gefragt ist die gleichwertige Partnerschaft, das Modell des Ernährers hat ausgedient. Die Frauen wollen ihr eigenes Geld verdienen. Dabei legen sie vor allem Wert auf Kontinuität: 91 Prozent sagen, dass ihnen ein sicherer Arbeitsplatz wichtig ist, nur 60 Prozent nennen ein hohes Einkommen. Trotzdem sind sie unzufrieden, weil sie weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen. Gleichzeitig wissen sie, dass sie hervorragend ausgebildet sind. 78 Prozent geben an, dass sie gern Verantwortung übernehmen. Allerdings haben sie auch Angst vor Misserfolg: 44 Prozent zweifeln oft an den eigenen Fähigkeiten, 61 Prozent machen sich oft Sorgen. Diese Selbstzweifel können auf dem Weg nach oben bremsen. 

Weitere Informationen sind im Internet unter www.brigitte.de/studie-update zu finden. Ansprechpartner bei infas für diese Untersuchung ist Bereichsleiterin Doris Hess (d.hess@infas.de).