infas feiert 50-Jähriges Jubiläum

Im November 1959 wurde infas von Wolfgang Hartenstein, Klaus Liepelt und Günter Schubert gegründet. Leitidee der Gründung war es, die Arbeitstechniken der vor allem in den USA entwickelten Methoden und Techniken der empirischen Sozialforschung einzusetzen und für „wirtschaftliche, politische und kulturelle Institutionen und Firmen“ nutzbar zu machen. Der angestrebte Praxisbezug drückt sich bereits im gewählten Institutsnamen aus: „Institut für angewandte Sozialwissenschaft“. In der Begründung für das neue Institut wird auf die Notwendigkeit verwiesen, die Erkenntnisse der modernen empirischen Sozialforschung tatsächlich zu nutzen, stets auf dem neuesten wissenschaftlichen Stand der Methodenforschung zu bleiben und selbst „von den Anforderungen der Praxis her, neue Methoden zu entwickeln“. Es folgten 50 Jahre spannende Institutsgeschichte mit über 2000 Projekten.Das seinerzeit formulierte Programm hat noch bis heute Gültigkeit.

Der Institutsgeburtstag wurde am 5. November mit einer festlichen Veranstaltung in Bonn gefeiert. Geschäftsführer Menno Smid begrüßte rund 150 Gäste mit einem kurzen Rückblick auf die Institutsgeschichte. Anschließend wurden Grußworte vom Oberbürgermeister der Stadt Bonn, Jürgen Nimptsch, dem stellvertretenden Vorsitzenden der Fraktion der SPD im Bundestag, Ulrich Kelber, und dem Vorstandsvorsitzenden des Branchenverbandes ADM e.V., Hartmut Scheffler, gehalten.

Den Schwerpunkt der Veranstaltung bildeten Referate von Partnern, Auftraggebern und Kollegen über ihre Zusammenarbeit mit infas. Neben anderen beispielsweise Prof. Jutta Allmendinger. Sie schilderte in ihrem Vortrag ihre jahrelangen Erfahrungen mit infas. Die Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung: „infas war nie ein Verwalter des Status quo und brachte immer Inspiration und Innovation zusammen.“

Dr. Wolfgang Hartenstein, Mitbegründer von infas, schilderte die Vorüberlegungen und Anfänge des Instituts: Es sei die durchaus ambitionierte Überzeugung vorhanden gewesen, dass eine Nachfrage nach einem Institut bestehe, das die Brücke zwischen kommerzieller und akademischer Forschung schlägt.

Prof. Dr. Jan van Deth von der Universität Mannheim hielt einen Vortrag über die generell sinkende Teilnahmebereitschaft der Bevölkerung bei Umfragen und die Auswege, die er gemeinsam mit infas erarbeitete. Der Geschäftsführer des Verkehrsverbunds Rhein-Sieg, Dr. Wilhelm Schmidt-Freitag berichtete von den Anfängen seiner Zusammenarbeit mit dem Institut 1989: „infas hat die Verkehrsforschung in Deutschland entscheidend mitgeprägt.“ Dabei habe es eine strikte Trennung zwischen Auftraggeber und -nehmer nie gegeben, das Miteinander habe stimuliert und die Ergebnisse belastbarer gemacht.

Auf der Jubiläumsveranstaltung referierten zudem Gerd Heyer, Ministerialrat im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Dr. Klaus-Dieter Hohr, Personalvorstand der Heidelberger Druckmaschinen AG und Dr. Georg Licht vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW). Von Prof. Karl-Ulrich Mayer, aktuell Professor an der Yale University, wurde eine Videobotschaft eingespielt. Weitere Redner waren Prof. Dr. rer. soc. Dr. h.c. Joachim Möller vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung und PD Dr. Hilmar Schneider vom Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit (IZA).